Vlad
Vladi ist ein ausgesprochen anhänglicher, kommunikativer und verschmuster Kater. Er liebt es, nah bei seinen Menschen zu sein – am liebsten schläft er im gleichen Bett, legt sich auf die Brust und schnurrt leise vor sich hin. Immer wieder stupst er einen sanft mit der Nase an, so als wolle er sichergehen, dass man noch da ist.
Was Vladi über alles schätzt, ist Vorhersehbarkeit. Ein gleichbleibender Tagesablauf gibt ihm Sicherheit – und er lässt keinen Zweifel daran, wenn etwas nicht stimmt: Das Futter plötzlich von einer anderen Marke? Pfui. Der Wassernapf nicht am gewohnten Ort? Nein danke. Diese Eigenheit macht ihn manchmal eigenwillig, aber auch wunderbar ehrlich.
Dabei ist er, wenn seine Grundbedürfnisse erfüllt sind, ein wirklich pflegeleichter Kater. Er war sein ganzes Leben lang gesund und hat uns nie Sorgen gemacht. Und auch Veränderungen muss er nicht fürchten – solange sie langsam geschehen und er dabei begleitet wird, steckt er sie erstaunlich gut weg. Er braucht keinen perfekten Haushalt. Er braucht Ruhe, Verlässlichkeit, Zuwendung – und genug Raum, um sich entfalten zu können.
Wenn das stimmt, ist Vladi ausgeglichen, zufrieden und ein wunderbarer Lebensbegleiter.
Wir sind überzeugt, dass er bei einer Einzel-Person, einem Paar oder einer Familie mit Kindern ab etwa 13 Jahren und Freigang aufblühen wird – dort, wo der Alltag ruhig ist, die Hände oft für ihn da sind und das Leben einen gleichmässigen Rhythmus hat.
Geschichte der Gruppe Vlad
Vlad – liebevoll auch Vladi genannt – sucht ein neues Zuhause, und das schweren Herzens.
Vor einem Jahr kam ein Baby in unsere Familie, und seitdem steht Vladis Welt Kopf. Das gemeinsame Schlafen im Bett war nicht mehr möglich. Seine langjährige Katzen-Genossin musste abgegeben werden, weil sie begonnen hatte einzupinkeln – und von einem Tag auf den anderen war er allein. Der Futternapf musste immer wieder verstellt werden, damit das Baby nicht herankommt. Das sind nur die greifbarsten Veränderungen – ein Baby bringt natürlich den gesamten Haushalt in Bewegung: andere Geräusche, andere Gerüche, andere Rhythmen, weniger Ruhe. Für einen Kater wie Vladi, dem Beständigkeit alles bedeutet, summierte sich das über Monate zu einer echten Belastung.
Als wir kürzlich nach zehn Ferientagen nach Hause zurückkehrten, schien das Fass überzulaufen. Vladi miaut seither sehr oft und lautstark. Er ist sichtlich gestresst – und ehrlich gesagt sind wir es auch, denn der nächtliche Lärm raubt uns den Schlaf. Wenn er seine Kuscheleinheiten bekommt, beruhigt er sich für einige Stunden. Doch wir arbeiten und können ihm die Zuwendung, die er braucht und einfordert, nicht in dem Ausmass geben, das er verdient.
Wir geben ihn nicht ab, weil er ein schwieriger Kater ist – sondern weil wir ihm ein Leben ermöglichen wollen, das ihm wirklich gerecht wird.


